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Einige Notizen zur
Geschichte und zum Konzept von CBG
1983 kam ich zum ersten Mal nach Air Sanih. An der Nordküste Balis entlang war ich auf dem Weg von Java nach Lombok, um den schon damals touristischeren Süden der Insel zu vermeiden und blieb ungeplant hier hängen. Ein idyllischer Küstenflecken und die Freundschaft zu Cilik und seiner Familie waren der Grund. Ich arbeitete damals als Gastdozent an einer Staatsuniversität in Bandung, Westjava und kam dann jährlich wieder: während der Jahre in Java, während folgender Aufenthalte in Thailand, Vietnam und China und schließlich auch nach meiner Rückkehr nach Deutschland und in die Schweiz.
Aus der Freundschaft mit Cilik entstand der Plan, gemeinsam einen schönen Ort zu gestalten, in dem westliche Wünsche und Träume und balinesische Traditionen sich ergänzen. Ciliks damaliges Haus entstand (bis 2007 auch die Versorgungseinheit der Anlage), und Villa West war das erste Haus und über mehrere Jahre hinweg das einzige, das auch vermietet wurde. Langsam formte sich der Garten in einen gepflegten Palmen- und Strand-Park. Und langsam wurden unsere Gäste zahlreicher. Unter ihnen Dr. Oldenbruch und seine Frau, die sich nach mehreren Urlaubsaufenthalten bei uns unserm „Projekt des schönen Ortes“ anschlossen. Die Villa Ost entstand. Und wirtschaftliche Vernunft hielt Einzug in unser Projekt, das bis dahin völlig improvisiert und spontan gelaufen war. Mit verdoppeltem Grundstück, mit inzwischen zwei Villen und einem eigenen Gamelan Orchester „konsolidierte“ sich CBG und wurde unter Insidern bekannt als besonders schöner und gepflegter Ruheort an der Nordküste Balis. „The real gem in the area“ titelte der englischsprachige „Rough Guide to Bali“ sogleich, und bereits 1995 fand sich „Ciliks Garden“ im renommierte „Fodors Guide to Bali and Lombok“ in einer kleinen Reihe weniger ausgewählter Unterkünfte an Balis Nordküste. Heute werden wir in fast allen Baliführern lobend oder empfehlend erwähnt, u.a. „The Lonely Planet“, in „Footprint Handbooks“, in „Reise Know-How Bali und Lombok“ von Peter Rump,, im APA-Guide Bali, in Stefan Looses „Bali und Lombok“, „The Online Travel Guide to Bali“ u.a. Seit 2002 sind wir neben wenigen ausgesuchten Anlagen in der exzellenten Balikarte des Nelles Verlags München und der Karte der „Insight Guides“ verzeichnet. In der Neuauflage des APA STYLE BALI (2010), der mittlerweile bei Polyglott erscheint, wird CBG gar als eine der TOP-TEN Unterkünfte in Bali empfohlen. Zweimal wiederholte sich das obige Muster: Ein Gast mehrerer Jahre, Inge Croè, verliebte sich in unsern Ort (obwohl er wie alle irdischen Paradiese natürlich auch seine Kratzer hat) und beschloß, sich an unserm Projekt zu beteiligen: Zwei weitere Häuser, der Oktagon und der Lumbung entstanden auf dem Nachbargrundstück, in einem ähnlichem Baustil und mit dem gleichen Gästeservice wie die bisherigen Villen, doch mit einer neuen Besitzstruktur, die eine zweite balinesische Partner - Familie mit einbezieht. Schliesslich hatte ein amerikanisches Ehepaar, Nancy und Tom Antoon, den gleichen Wunsch, und so bauten wir gemeinsam mit ihnen zwei weitere Villen auf einem grossen Strandgrundstück in Tejakula, 15 km östlich von Air Sanih. Seit dem Sommer 2009 verwalten und betreuen die Antoons ihr Anwesen getrennt von uns. Seit 2011 haben die Schweizer Reto und Gisela Zbinden mit ihren Kindern den Platz des Ehepaars Oldenbruch eingenommen, da Oldenbruchs aus Altersgründen immer seltener nach Bali kommen können.
Sie werden das Besondere rasch sehen und spüren : Bereits wenn Sie in Ciliks Beach Garden ankommen und zunächst den Teil betreten, wo die balinesischen Partnerfamilien leben, arbeiten und von wo aus unsere Gäste betreut werden; wenn Sie dann durch den weitläufigen Palmengarten laufen und die individuell gestalteten und eingerichteten Villen und Bungalows sehen; wenn Sie während Ihres Aufenthalts, ob beim Tischtennis Match mit einem balinesischen Partner, auf einer Ausfahrt mit unserem Boot, beim Zuschauen in der Küche oder im Garten oder einfach in Ihrem Haus in der sehr privaten und persönlichen Atmosphäre bei Jazz oder einem klassischen Konzert entspannen: Sie sind nicht in einem der üblichen „Miet-Cottages“ gelandet, sondern Sie sind an einem individuellen und sehr persönlichen Ort angekommen. Und wir hoffen, dass Sie dies - ebenso wie wir selbst - geniessen !
Zunächst einmal haben wir uns mit dieser Anlage also einen eigenen Traum verwirklicht, etwas geschaffen, was uns selber gefällt und von dem wir annehmen, es müsse auch Andern gut gefallen. Darüber hinaus versuchen wir ein Tourismuskonzept zu verwirklichen, das die Belange und Interessen der Balinesen berücksichtigen, Negativwirkungen des Tourismus verringern und eine möglichst dauerhafte Entwicklung begünstigen soll. Wir haben daher eine partizipatorische Struktur geschaffen, in der die involvierten balinesischen, deutschen und schweizerischen Familien gleichberechtigte Partner sind. Schließlich möchten wir unseren Gästen neben Erholung und Entspannung auch fremdkulturelle Erlebnisse und Erfahrungen ermöglichen. Unsere Überlegungen seien im Folgenden an einigen Beispielen erläutert.
1. Umweltschonend Das begann bereits vor dem Bau des ersten Hauses, als wir uns zusammen mit einigen der Dorfbewohner für den Erhalt und Schutz der durch jahrelangen Sandabbau gefährdeten Küste einsetzten. Inzwischen scheint durch ein striktes und weitgehend durchgesetztes Verbot kommerziellen Sandabbaus, durch den Bau einer stabilen Schutzmauer und durch ein Wiederaufleben traditioneller Strukturen (erneute landwirtschaftliche Nutzung von Küstengrundstücken, Bootsbau, Seegrasanbau, Fischerei mit Schleppnetzen vom Strand und von Booten aus, Salzgewinnung u.a.) doch auch durch eine Reihe weiterer kleiner, privater Ferienanlagen in der Umgebung eine Balance wieder möglich. Darüber hinaus bemühen wir uns seit Jahren um Energieeinsparungen und um eine umweltschonende Müllbeseitigung.
2. Sozialverträglich und sozialintegrativ Die Anlage ist eine Kooperation zwischen drei Deutschen, einer Schweizer und zwei Balinesischen Familien. Der Gewinn aus den Vermietungen dient zunächst der ökonomischen Sicherung der balinesischen Familien und dem Unterhalt der Anlage. Darüber hinaus bieten wir mittlerweile 12 weiteren balinesischen Familien aus der direkten Umgebung eine feste Anstellung, Verdienst und ökonomische Sicherheit. Dabei bemühen wir uns, soweit dies unter den örtlichen Verhältnissen möglich ist, international anerkannte Prinzipien der Gestaltung von Arbeitsverträgen anzuwenden. Der verbleibende finanzielle Überschuss wird proportional zur Höhe der eingebrachten Leistungen aufgeteilt. Waren bereits die Planung und Durchführung des Baus ein kooperatives Geschehen, bei dem Pak Cilik einen Großteil der Verantwortung übernahm, so teilen wir uns auch jetzt – immer mit der Möglichkeit gegenseitigen Konsultierens und Beratens – in die Verantwortung für den Unterhalt und für die mögliche Weiterentwicklung der Anlage. Im Gegensatz zu unserem Modell pachtet in den allermeisten üblichen andern Fällen ein ausländischer Investor ein Grundstück, übernimmt selbst und allein jegliche Planung und Verantwortung, stellt unselbständige einheimische Kräfte ein und reklamiert im Gegenzug jeglichen Gewinn für sich. Nach Ablauf der Pachtzeit fällt dann oft mit dem Grundstück auch die Anlage in den Besitz der einheimischen Landbesitzer zurück, die aber zuvor keinerlei Erfahrung und Verantwortung für die Führung und den Erhalt einer solchen Anlage einüben konnten. Unzählige Beispiele in Bali zeugen davon, dass Haus, Garten und Dienstleistungsangebote in solchen Fällen rasch verfallen und keine Besucher mehr anziehen. Die in unserem Projekt von Beginn an geteilte und in gegenseitigem Austausch eingeübte Verantwortlichkeit, der ständige Dialog zwischen traditionellem balinesischen Denken und westlichen Vorstellungen und Wünschen, ist in CBG deutlich erkennbar, denn sie schafft eine besondere Atmosphäre und führt zu andern Ergebnissen als in einer rein „westlich“ geführten Anlage.
Eine weitere Ebene der Bemühung um soziale Verträglichkeit und Integration ist unser Prinzip, alle Einkäufe und Arbeitsaufträge an Mitglieder der Dorfgemeinschaft zu vergeben, mit denen ein enges Netz der Zusammenarbeit besteht. So ist die enge Verflechtung zwischen Pak Ciliks Familie und der Dorfgemeinschaft infolge der sozialen Veränderungen durch den Bau und Erfolg der Anlage nicht gestört, sondern eher intensiviert worden. Im Frühjahr 2004 wurde Pak Cilik zum Vorstand der dörflichen Ritualgemeinschaft (Kelian Desa Adat) ernannt. Dies ist innerhalb der besonderen balinesischen Strukturen des Desa Adat ein äußerst ehren- und verantwortungsvolles Amt. Nach 2 vierjährigen Amtsperioden gibt Pak Cilik diese Funktion 2012 auf und wird sich wieder mit voller Kraft auf die Betreuung unserer Gäste konzentrieren können. Auf einem Teil unseres fast zwei Hektar großen Palmengartens in Air Sanih üben die Gamelanspieler des Dorfes traditionelle, balinesische Musik auf einem Instrumentenset, das Oldenbruchs der Gruppe finanziert haben. Vor der Meereskulisse in Tejakula treten häufig Tänzer einer Tanzgruppe aus Tejakula auf. Mitglieder der Dorfgemeinschaft sind täglich in den Häusern unserer balinesischen Partner anzutreffen: neben ihrer Funktion für unsere Anlagen sind sie in das tägliche, balinesische Dorfleben eingebunden, und das schafft Kontaktmöglichkeiten auch für unsere Gäste. Täglich können Sie den Ehefrauen und Nachbarinnen beim Erstellen kunstvoller Opfergaben zuschauen. Cilik wird Sie auf Ihren Wunsch zum Gehöft seines Vaters, eines Dorfpriesters, oder zu Opfer- und Reinigungszeremonien der Familie oder des Dorfes mitnehmen. Obwohl Sie als CBG - Gast natürlich in Ihrem Haus, den Balés, auf den Terrassen und in Ihrem grossen, weitgehend abgeschirmten Garten sehr privat sein und Ihre Ruhe haben können, sind somit doch auch vielfältige Kontaktmöglichkeiten gegeben, die individuelle Begegnungen und einen selbstverständlichen Umgang miteinander ermöglichen. Dies mag helfen, Stereotype abzubauen und gegenseitiges, kulturübergreifendes Verstehen zu fördern.
3. Kulturkontakte fördernd Wirkliche Kulturkontakte werden durch soziale Integrationsansätze wie die oben skizzierten erst ermöglicht und durch den individuellen Charakter der Anlage erleichtert. Der nach wie vor geringe Tourismus im Nordosten Balis hat hier (abgesehen von den Regionen Lovina und Tulamben) noch nicht zu Verfärbungen und Aufgesetztheiten der Alltagskultur geführt. Neben den bereits erwähnten Möglichkeiten seien noch einmal Beispiele für kulturelle Erfahrungen in CBG und in der näheren Umgebung genannt. Im engsten Umkreis: Die täglichen Opfergaben und ihre Herstellung, die Teilnahme an Zeremonien der Familie oder des Dorfes, das Üben der Gamelangruppe und gelegentliche Tanzübungen von Kinder- und Tanzgruppen. In naher Umgebung: ein Besuch beim Dalang (Schattenspielmeister) im Dorf Tamblang und bei einer seiner Wayang-Aufführungen in ihrem authentischen rituellen Kontext bei familiären oder dörflichen Zeremonien; das Beobachten der Herstellung von Bebali- und Ikatstoffen, von Wayang Kulit (Schattenspiel-) Figuren, von Hinterglasmalerei; ein Besuch in einer Schmiede im Dorf Sawan, wo Gongs und andere traditionelle Gamelan-Instrumente hergestellt werden; bei Silberschmieden in Tejakula, bei einem jungen Holzschnitzer in Pacung, bei einer Familie in Air Sanih, die Palmzucker und Palmbier herstellt, der Besuch eines Odalans, eines Tempelfests oder einer Ngaben, einer Totenverbrennungs-Zeremonie, wo Sie im Gegensatz zu Südbali kaum einem anderen Touristen begegnen werden; das einzigartige Erlebnis einer Wayang Wong Aufführung mit alten Masken und Gewändern, die den Dorftempel von Tejakula nicht verlassen dürfen; das Beobachten der Hochseefischer, die selten gewordene traditionelle Drachenfang-Methoden beim Thunfischfang verwenden u.v.a.m.
Wie weit Sie sich auf solche Möglichkeiten und Gelegenheiten einlassen, oder ob Sie eine eher abgeschirmte, ruhige Entspannungszeit vorziehen, hängt allein von Ihren Präferenzen und Wünschen ab.
Wir versuchen, mit CBG eine Synthese zu schaffen aus Bali - hinduistischer Tradition (Bau, Lage und Ausrichtung der Häuser, Opferplätze, Einbeziehen der Anlage in Zeremonien), balinesischen Stilelementen (Struktur, Baumaterialien, Offenheit der Bauweise, Balés, einheimische Speisen), sowie westlichen Erwartungen und ästhetischen Ansprüchen (die Weitläufigkeit von Haus und Garten, Einrichtungselemente, Musik-, Lektüreangebot u.a.). Genießen Sie das Vertraute, doch lassen Sie sich auch auf das Fremde ein: Dies wird Ihr Erleben intensivieren und aus einem "nur" exotischen Urlaub eine Wahrnehmung erweiternde und kulturell bereichernde Erfahrung machen.
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